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Schmerzklinik ist nach § 40 SGB V von allen gesetzlichen Krankenkassen als Rehabilitationseinrichtung anerkannt (von den Privatkassen als gemischte Krankenanstalt) und auch beihilfefähig.

ÜBERTRAGENER SCHMERZ
(Re ferred Pain)

Grundsätzlich kann ein Schmerz in drei Formen auftreten:

  1. Nozizeptorschmerz - Diese Schmerzart liegt am häufigsten vor. Dabei entsteht der Schmerz da, wo er auch empfunden wird. Die schmerzauslösende körperliche Störung oder Schädigung wird im betroffenen Körperbereich mit Hilfe eines sog. Rezeptors dem Nervensystem sozusagen "aufgeschaltet" und dann an das Gehirn weitergeleitet. Je nach Art des zu registrierenden Reizes unterscheidet man z.B. Chemo-, Thermo-, Baro- (= den Blutdruck betreffender), akustische oder taktile (= den Tastsinn betreffender) Rezeptoren.

  2. Nervenschmerz, auch als neuropath ischer oder fortgeleiteter Schmerz bezeichnet - Bei dieser Schmerzart entstehen die Schmerz en nicht dort wo sie empfunden werden. In diesem Falle ist das schmerzleitende System selbst gestört oder geschädigt, es liegt sozusagen ein „Ner veneigenschmerz“ vor. Ein Nervenschmerz hat also keine Warnfunktion mehr hinsichtlich einer örtlichen Sch merzursache. Ein Nervenschmerz betrifft sowohl das zent rale (= Gehirn und Rücken mark betreffende) als auch das periphere (= nicht im Gehirn oder Rückenmark befindliche) Nervensystem. Es liegt in der Regel ein chronischer Schmerz (= länger als sechs Monate anhaltender) vor.

  3. Übertragener Schmerz (engl. Refe rred pai n) - Auch bei dieser Schmerzart entsteht der Schmerz nicht dort wo er empfunden wird. So können z.B. Affektionen (= Störungen, Erkrankungen) der inneren Organe über Reflexzonen, auch als Head`sche Zonen bezeichnet, auf die zugehörigen Dermatome (= von 1 Nerven versorgte Hautsegmente) an der Körperoberfläche übertragen und dann auch dort empfunden werden. So projizieren z.B. Erkrankungen der Speiseröhre und auch der Bauchspeicheldrüse Schmerz en in die Brustwirbelsäule, Gallenerkrankungen bzw. Erkrankungen des oberen Verdauungstraktes können auf diese Weise zu rechtsseitigen Schulterschmerzen, Affektionen (= Störungen, Erkrankungen) des Herzens zu einem linksseitigen Schmerz in der Schulterregion und Unterleibserkrankungen zu Kreuzschmerzen führen.
    Die Ursache für Übert ragungs schmerz en liegt vermutlich in der Konvergenz zwischen somatischen (den mehr äußeren Körper betreffenden) und viszeralen (die Eingeweide betreffenden) schmerzleitenden Nervenfasern (nozizepzive Afferenzen) im Rückenmark. Dadurch werden Schmerz en, welche von den Eingeweiden kommen, auf bestimmte Hautareale (Head-Zonen) projiziert.

    Mit den Head`sche Zonen alleine ist allerdings ein übertragener Schmerz bzw. Über
    tragungsphänomen nicht immer zu erklären. So ist z.B. bekannt, daß Herzerkrankungen linksseitige Unterkieferschmerzen und/oder auch linksseitige Armschmerzen bewirken können.

Das Reflexsystem der Head`sche Zonen kann therapeutisch hilfreich sein, sozusagen in Form einer "Umkehr" des Über tragungs schmerz es.
Bei Bauchschmerzen (z.B. Reizdarmsyndrom, Reizkolon oder allgem. Darmschmerzen, aber auch bei Pankreatitis
(= Bauchspeicheldrüsenentzündung)) werden am Leib Triggerpunkte gesucht und dann mit einem lang wirkenden, örtlichen Betäubungsmittel unterspritzt. Im zugehörigen Organ bzw. Organabschnitt kommt es daraufhin zu einer Entkrampfung und auch Durchblutungssteigerung, die u.a. jeder entzündlichen Schmerzursache (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Pankreatitis) kausal (= ursächlich) entgegenwirkt.
Als nächst höhere Therapiestufe bietet sich eine vorübergehende (z.B. 8-10 Tage lang) kontinuierliche, epidurale Blockade
(= rücken mark nahe) Blockade) mit Katheter (= dünner Kunststoffschlauch) an. Der entkrampfende und auch durchblutungssteigernde Effekt ist bei dieser Methode noch ausgeprägter.

Laut Bundesregierung (http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundhe itssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st) haben seit dem 1.4.2007 alle gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen.

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Aktualisiert: >20.05.2008</> kusb&
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